Ich sehe was was du nicht siehst
Idee Nummer drei betrachtet die Situation an der Universität nun nicht mehr aus einer sondern aus zwei, drei oder mehr Perspektiven. Nicht mehr nur der Student ist Protagonist, auch Dozent oder Abiturient dürfen hier zu Wort kommen. In welchen Rahmen? Nun, gerne zu kontroversen Themen wie beispielsweise der Verwaltung des Studienetats. Hier herrschen oft Missverständnisse zwischen Studenten und Dozenten. Jeder handelt seiner Meinung nach richtig – die Sichtweise des anderen wird oft außer Acht gelassen, weil schlicht nicht verstanden. Kann man das in eine Story verpacken? Wir denken ja. Um den Überblick nicht zu verlieren soll jeder Protagonist die selbe Situation durchspielen – eben je nach seiner jeweiligen Rolle. Der Zuhörer versteht dabei erst im Laufe der Zeit, dass die bereits bekannte Situation nun noch einmal erlebt wird. Der Aha- Effekt der sich dabei einstellt, soll nicht nur unterhaltend sein sondern auch Verständnis für die jeweils anderen fördern.
Um den Spass nicht zu kurz kommen zu lassen, wären für uns aber auch ungewöhnliche Protagonisten denkbar. Etwa Mensainventar oder auch tierische Bewohner der Uni. Sieht der Kaffepodhörer bald also die Uni durch ganz verschieden Paare Augen? Nun, vielleicht entscheidet sich das ja nachdem wir auch Idee Nummer vier vorgestellt haben.
Der Weg ist das Ziel
Als Podcast ist der Kaffeepod ja Teil dessen, was mittlerweile bereits fast inflationär unter dem Schlagwort
“Web 2.0″ als Neuheit schlechthin durchgehechelt wird. Dieses Web 2.0 sei vor allem eines – interaktiv, unter anderem dank Kommentarfunktionen. Doch soll der Kaffeepod-Hörer vielleicht NOCH aktiver werden?
Wir denken: Warum eigentlich nicht?
Im Fall von Idee 4 steht der Konsument nun vor verschiedenen Wahlmöglichkeiten – welchen Weg möchte er durch die Erzählung nehmen? Er kommt nach einem bestimmten, feststehenden Beginn in eine Situation, die ihm – je nach “Typ” bzw. Denken – verschiedene Handlungsoptionen bietet. Somit sind nur Beginn und Ende, also “Ziel” der Handlung für jeden User gleich. Der Weg durch die Story ist also variabel statt linear, die verschiedenen Abschnitte werden über Links miteinander verknüpft. Ziel ist es, den Konsumenten auf diese Weise noch intensiver in die Handlung einbeziehen, da er nicht mehr nur “passiv” rezipieren muss. So können beispielsweise auch angehende Studenten schon einmal vorab ihren künftigen Unialltag durchspielen und sich mit Abläufen und Herangehensweisen vertraut machen. Darüber hinaus sollen die unterschiedlichen Wege neugierig machen – wie ergeht es dem Hörer wohl, wenn er zu Beginn nun doch Option b) statt Option a) zieht?
Eine solche Sonderausgabe des Kaffeepod – und genau als das wäre auch diese Idee von uns gedacht – könnte also eine viel tiefere und somit ganz neue Art der Rezeption erschließen. Schließlich stehen, wenn es nach uns geht, auch in diesem Ansatz die Infos als “Hauptteil” im Vordergrund.
Die technische Umsetzung der Idee des aktiven Mitgestaltung könnte, das ist uns bewusst, deutlich komplizierter als die der anderen Ansätze werden.
Der Gedanke dahinter schien uns aber zu schade, um ihn deswegen vorschnell zu verwerfen.
Gehen unsere Hörer also künftig ihren ganz individuellen Weg durch’s Unileben?
Ihr kennt nun vier Ideen, die wir entwickelt haben und für kreativ und spannend genug empfinden, um sie weiter zu verfolgen und entwickeln.
Auch wenn unsere “aktive” Idee 4 eben nur eine von vier Möglichkeiten ist – schon jetzt könnt ihr einen bestimmten Weg bewusst gehen: Nämlich weiter verfolgen, was aus unseren Gedanken und Plänen zum Kaffeepod so wird.
Wie immer genau hier.
Im Internetkaffee eures Vertrauens.
Kommt von Herzen.
Julia und Martin.